Ökonomische Bewertung dörflicher Begegnungsstätten



Ökonomische Bewertung dörflicher Begegnungsstätten sowie Ableitung tragfähiger Nutzungs- und Betreibermodelle (Projekt Juli – November 2006 in Bietergemeinschaft mit dem Büro Prof. Hausmann)

 

Auftraggeber: Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, Abteilung Ländlicher Raum

 

Ausgangssituation

 

Für die Entwicklung der Dörfer respektive des dörflichen Lebens besitzen soziokulturelle Infrastruktureinrichtungen (Begegnungsstätten) wesentliche Bedeutung. Sie dienen neben der Versorgung im weitesten Sinne vor allem der Kommunikation und sind damit wesentliches Element des dörflichen Lebens. Einrichtungen, die diese Funktion übernehmen sind breit gefächert. Hierzu zählen Dorfläden, multifunktionale Einrichtungen, Gaststätten, Jugend- und Seniorentreffs aber auch kirchliche Einrichtungen, Vereinsräume, Sportplätze.

Mit sinkender Bevölkerung, Veränderung der Altersstruktur aber vor allem auch knapper werdenden Mitteln der öffentlichen Hand, kann für bestimmte Einrichtungen die Tragfähigkeit insbesondere die Finanzierbarkeit in Frage stehen.

 

Aufgabenstellung

Für in dörfliche Begegnungsstätten in Sachsen sollen ausgehend von der Analyse der Ausgangssituation neue Wege zur Sicherung dieser für das dörfliche Leben prägenden Einrichtungen diskutiert werden.

Ziel der Arbeit war es:

  •  20 Begegnungsstätten in Dörfern unterschiedlicher Größengruppen zu untersuchen,
  •  charakteristische ökonomische Kriterien je Begegnungsstätte zu erfassen,
  •  das Selbstverständnis und die Ziele der Betreiber darzustellen,
  •  die Tragfähigkeit der Begegnungsstätte einzuschätzen,
  •  über Literaturauswertung sowie Experteninterviews aktuelle Trends für das Kommunikationsverhalten sowie die Entwicklung tragfähiger Einrichtungen aufzubereiten,
  •  Schlussfolgerungen hinsichtlich der Gestaltung tragfähiger Einrichtungen in den betrachteten Dörfern zu erarbeiten und hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf andere Dörfer zu diskutieren.

 

Umsetzung

Grundlage der Untersuchung bildete die umfassende Analyse und Bewertung von 20 ausgewählten Begegnungsstätten im ländlichen Raum Sachsens. Es wurden 15 Begegnungsstätten in Gemeinden kleiner und 5 Einrichtungen in Gemeinden größer 1000 Einwohner ausgewählt. Die Begegnungsstätten wurden aus Sicht der Vergleichbarkeit in vier Gruppen (Vereinshäuser, Vereinshäuser mit Saal, Veranstaltungsgebäude, Dorfgemeinschaftshäuser mit multifunktionalem Ansatz) unterteilt. Darüber hinaus wurden das dörfliche Umfeld sowie die heutige und zukünftige demographische Entwicklung berücksichtigt.

Im Ergebnis der Analyse wurden die Begegnungsstätten im Sinne von „best practice“ ausgewertet und dargestellt. Es konnten fünf Handlungsfelder bei der Suche nach der „optimalen Begegnungsstätte“ in einem Dorf herausgearbeitet werden. Insbesondere geht es, um Entscheidungen zum Gebäude, Trägerschaft und Betrieb, Managementaufgaben, Prüfung von Kooperationsansätzen und Multifunktionalität. Im Kontext zur Ausgangssituation im Dorf/ in der Gemeinde ist jeweils nach der optimalen Variante zu suchen.